Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in

Winter- und Sommergetreide
Amtl. Pfl. Reg. Nr. 3733
Wirkstoff: Tribenuron-methyl 750 g/Kg
Formulierung: Wasserlösliches Granulat WG

ANWENDUNG
TBM 75 WG wird im Winter- und Sommergetreide ab dem 3-Blatt-Stadium, ab Wiederergrünen bis zum 2-Knotenstadium ausgebracht. Eine frühe Anwendung bei Unkräutern im Keim- bis max. 4-Blattstadium ist immer vorteilhaft. Niedrige Temperaturen mindern den Bekämpfungserfolg nicht. Keine Anwendung bei Nachtfrostgefahr oder nach Frost. Bei geschwächten Beständen können vereinzelt Blattaufhellungen oder Wachstumsverzögerungen beobachtet werden, die im Normalfall keine Auswirkungen auf späteres Wachstum oder Ertrag haben. TBM 75 WG ist nach ca. 2 Stunden regenfest. Später einsetzender Niederschlag beeinträchtigt die Wirkung nicht mehr. Insgesamt nicht mehr als 1 Anwendung pro Kultur und Vegetationsperiode. Vorsicht bei benachbarten Kulturpflanzen. Abdrift auf empfindliche Kulturpflanzen wie Wein, Gemüse, Mais, Rüben und Raps (auch für dafür vorgesehene) vermeiden. Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten sowie Winterraps möglich.

Indikation 1 und 2

Schadorganismus/Zweckbestimmung Kultur/Objekt Anwendungszeitpunkt(e)
Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter Sommerweichweizen, Sommerhartweizen, Sommergerste, Sommerhafer Stadium 13 (3-Blatt-Stadium: 3. Laubblatt     entfaltet, Spitze des 4. Blattes sichtbar) bis Stadium 29 (Ende der Bestockung: Maximale       Anzahl der Bestockungstriebe erreicht)
Winterweichweizen, Wintergerste, Winterhafer, Winterroggen, Wintertriticale

Einsatzgebiet: Ackerbau.
Anwendungsbereich: Freiland.
Aufwandmenge(n): 20 g/ha.
Wasseraufwandmenge: 150 – 400 l/ha.
Max. Anzahl der Anwendungen: 1.
Zeitlicher Abstand in Tagen: –
Wartefrist in Tagen: –
Nachbaufrist in Tagen: –
Anwendungsart(en): Spritzen.

 

Wirkungsweise
Der Wirkstoff von TBM 75 WG aus der Sulfonylharnstoffgruppe wird über Blatt und Boden aufgenommen und führt bei empfindlichen Unkräutern rasch zum Wachstumsstillstand. Der Absterbeprozess kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, manche Unkräuter bleiben verzwergt. Mit der Behandlung endet die Nährstoffkonkurrenz der Unkräuter, da diese das Wachstum unmittelbar einstellen.

Wirkungsspektrum
Sehr gut bekämpfbar:
Ackerkratzdistel, Ackerminze, Ackersenf/Hederich, Ausfallraps, -erbse, -sonnenblume, Besenrauke, Franzosenkraut, Gänsefuß, Hirtentäschl, Hohlzahn, Kamille, Klatschmohn, Knöterichgewächse, Kreuzkraut, Melde, Pfeilkresse, Steinsame, Stiefmütterchen, Taubnessel, Vergissmeinnicht, Vogelmiere.
Gut bekämpfbar:
Ampfer, Klettenlabkraut, Kornblume, Storchschnabel.

Nicht ausreichend bekämpfbar:
Ehrenpreisarten, Erdrauch, Winden.

ANWENDUNGSTECHNIK
Ansetzen der Spritzflüssigkeit
Tank bei eingeschaltetem Rührwerk zur Hälfte füllen, TBM 75 WG und eventuell weitere Mischpartner getrennt voneinander in das Spritzfass geben. Restliche Wassermenge auffüllen. Spritzarbeit: Nur gründlich gereinigte Geräte verwenden, die keine Reste von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Vermeidung/Entsorgung von Restmengen: Nie mehr Spritzflüssigkeit ansetzen als notwendig. Behälter restlos entleeren, mit Wasser ausspülen, Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben! Unvermeidlich anfallende Spritzflüssigkeitsreste im Verhältnis 1:10 verdünnen und auf der behandelten Kultur gemäß Gebrauchsanleitung ausbringen. Reinigung der Spritze: Spritzgerät und -leitungen nach Gebrauch gründlich mit Wasser reinigen. Dazu ca. 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei die Innenflächen des Tanks mit Wasserstrahl abspritzen. Rührwerk für ca. 2 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der zuvor behandelten Kultur verspritzen. Die regelmäßige Reinigung der Pflanzenschutzspritze von außen, insbesondere des Brühebehälters, Pumpenaggregates und Gestänges, sollte Bestandteil des normalen betrieblichen Ablaufes sein und möglichst direkt auf dem Feld erfolgen.

Mischbarkeit
TBM 75 WG ist mit anderen Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden, Wachstumsreglern sowie Düngemitteln mischbar. Die Anwendungshinweise der Mischpartner sind unbedingt zu beachten.

Resistenzmanagement
Bei wiederholten Anwendungen des Mittels oder von Mitteln derselben Wirkstoffgruppe können Wirkungsminderungen eintreten oder eingetreten sein. Um Resistenzbildungen zu vorzubeugen, das Mittel möglichst im Wechsel mit Mitteln aus anderen Wirkstoffgruppen verwenden. Klassifikation des Wirkstoffes gemäß Herbicide Resistance Action Commitee (HRAC): Wirkungsmechanismus (HRAC GRUPPE): B.

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